Grundsätzliches

Ursprünge
Eine Maus, ein Hirsch, ein Reh, also die Beutetiere von Urvater Wolf, haben keinen oder nur sehr geringen Getreideanteil. Zumal der Wolf, laut Beobachtungen von E. Radinger und G. Bloch, den Pansen nicht frißt, sondern ihn den Vögeln überläßt. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung, den ein Wolf natürlicherweise zu sich nimmt, ist daher insgesamt sehr gering.
Wir könnten Hunde nach wie vor so ernähren: Die Verfütterung ganzer Kleintiere wie Hamster, Mäuse, Meerschweinchen, Kaninchen oder Hühner(küken) wäre die natürlichste Ernährungsform überhaupt. Hier müßten aber speziell für den Hund Tiere gezüchtet und getötet werden – wie es in der Reptilienhaltung nicht anders geht. Aus weltanschaulichen Gründen möchten wir von dieser Ernährungsform abraten, sie ist für den domestizierten Hund auch nicht notwendig.
Für Hunde waren die Auslesekriterien recht streng, sodaß als Hund oft nur überlebte, wer mit Abfällen wie Blättermagen oder Pansen zurechtkam und auch Essensreste verwerten konnte. Dies gilt aber nicht in gleichem Maß für alle Rassen, und natürlich haben Hunde nebenher auch immer Kleinwild wie Mäuse, Ratten oder Kaninchen gejagt und gefressen.
Im langen Prozeß der Domestikation soll sich sogar, so kann mensch inzwischen vermehrt in Hundezeitschriften lesen, der Verdauungstrakt des Hundes an Getreide angepaßt haben.
Das können wir als kleiner Verein ebensowenig nachprüfen wie die Frage, ob es neben dem zeitlichen (beides ab ca. 1970) auch einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Gabe von Fertigfutter und den zunehmenden „Zivilisationskrankheiten“ wie Diabetes, Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten, Karies, Parodontose oder gar Krebs geben kann, wie manche Quellen behaupten.
Wir gehen einfach mal davon aus, daß der Hund nach wie vor in erster Linie ein Fleischfresser ist, der je nach Selektion und Rassespezifizierung einen nicht zu hohen Anteil an Getreide, anderer pflanzlicher Nahrung, verarbeiteter Nahrung oder auch Milchprodukten verträgt, aber vermutlich am besten mit „Wolfsbeute“ klarkäme.



Rassetypischer Bedarf
Wir wollen einmal zwei sehr unterschiedliche, als Familienhund beliebte Hunderassen beleuchten:
Sennenhunde (z.B. Berner Sennenhund) sind darauf selektiert, von naturbelassener Milch, Schwarzbrot, Kuhfladen und Mäusen zu leben und dabei gute Arbeitshunde zu sein.
Polarhunde (z.B. Husky) sind darauf selektiert, von Robbenfleisch, Waltran, Walfleisch, fettem Fisch und Rentierfleisch sowie Kleinwild zu leben und dabei Hochleistung zu erbringen.
Sennenhunde können wunderbar mit Blättermagen, Pansen, naturbelassener Milch (bitte nicht homogenisiert, das Geheimnis angeblicher Laktoseunverträglichkeit liegt manchmal nur im Homogenisieren!), Haferflocken oder Schwarzbrot, Milchprodukten, Eiern und ein wenig Schlachtabfall ernährt werden.
Polarhunde würden diese Kost sehr schlecht vertragen. Sie benötigen eiweiß- und fettreiche Schlachtabfälle ohne Pansen oder Blättermagen. Schmalz, Dorschlebertran, Hanföl, Omegaöle sind gute Ergänzungen.
Beide Rassen bekamen in ihren Ursprungsgebieten selten oder gar kein Gemüse.
Solche und ähnliche rassespezifische Besonderheiten sollten bei der Futtergabe berücksichtigt werden!

Fertigfutter
Fertigfutter hat meist einen hohen Getreideanteil. Dazu kommen weitere pflanzliche Bestandteile wie z.B. von Gemüse. Der Fleischanteil ist oft sehr gering und entspricht nicht dem Fleischanteil der ursprünglichen Nahrung. Im Herstellungsprozeß werden die Inhaltsstoffe denaturiert, Vitamine und Zusatzstoffe werden später künstlich hinzugefügt. Von Naturnähe kann keine Rede sein.

Dörrfutter
Trockenfleisch und Gemüseflocken werden vom Halter selbst zusammengestellt und gegeben. Ausnahmsweise kann mensch das gewiß so machen – Dörrfleisch und Dörrgemüse gibt es seit Jahrtausenden, auch mitunter für den Hund. Es handelte sich aber immer um einen Notbehelf, und ein solcher sollte es bleiben. 

B.A.R.F.
Werden frische Zutaten von guter Qualität verarbeitet, ist das Ergebnis so natürlich wie nur möglich. Gute Anleitung für den ungeübten Menschen findet sich in der reichhaltigen Literatur. Auf rassetypische Besonderheiten einzugehen ist einfach.

F.I.N.E.
Zusätzlich zum BARF-Speiseplan werden hier noch Reste menschlicher Mahlzeiten mit verwendet. Selbstverständlich nur, wenn sie nicht zu stark gewürzt oder gesalzen sind und der Anteil an der Gesamtmenge gering ist. Für den Hund ist dies seit Jahrtausenden die gewohnte Ernährung, durch Kochen oder Braten findet eine gewisse Denaturierung statt (wobei sich pflanzliche Nahrung durch Garen für den Hund besser erschließen läßt), aber nicht in dem Maße wie bei ultrahoch erhitztem Fertigfutter. Manche Rassen sind seit Jahrhunderten auf diese Art der Ernährung selektiert. Insofern läßt sich auch F.I.N.E. als naturnah, wenn auch nicht mehr ganz und gar natürlich, bezeichnen. Auf rassetypische Besonderheiten einzugehen ist denkbar einfach.