F.I.N.E.



 
Allgemein
Die Abkürzung steht für „Frische Individuelle Naturnahe Ernährung“. Bis auf wenige Ausnahmen werden die tierischen Inhaltsstoffe roh gegeben, das Gemüse roh geraspelt mit Öl oder aber gegart. Weil alle natürlichen Bestandteile ausreichend erhalten bleiben bzw. durch Garen für den Hund besser erschließbar werden, enthält diese Ernährung alles, was hund braucht.

Inhaltsstoffe
Gefüttert werden alle verfügbaren Teile vom Tier. Insbesondere fleischige Knochen (also Knochen mit Knorpel, Fett, Sehnen, Fleisch daran), Knorpel, Sehnen, Innereien (Herz, Leber, Milz, Nieren, Lunge, Pansen, Blättermagen...), Kopffleisch, Schlund.
Wenn ausreichend grüner Pansen und Blättermagen verfüttert werden, ist keine Beigabe von Gemüse oder anderer pflanzlicher Kost nötig. Da es sich hierbei aber um eine Kostenfrage handelt, können ergänzend pflanzliche Kost und Milchprodukte sowie Eier und natürlich auch Fisch gegeben werden. Zusatzstoffe sind nur selten nötig, hier empfehlen wir die einschlägige Literatur mit genauen Angaben, darin finden sich umfassende Zutatenlisten und Rezepte. Wer es eine Weile gemacht hat, kann es recht rasch auswendig – es liest sich schwieriger als es ist.
Ergänzend dazu finden sich in dieser Nahrung nicht zu stark gewürzte Reste menschlicher Nahrung, seien es mit Reis und Möhren gekochte Wurstreste vom Metzger, sei es Brühe von ausgekochten Schweineknochen oder mal ein bißchen Kartoffeln und Reis vom Mittagstisch. Geschälte Hülsenfrüchte, weich gegart, können auch Verwendung finden.

Herstellung
Die rohen Zutaten werden vom Hundehalter selbst beschafft und verarbeitet. Schlachtabfälle von selbst schlachtenden Metzgereien oder vom Biobauern sind der Idealfall, mensch kann aber auch im gut sortierten Zoohandel oder im Internet Tiefkühlfleisch erwerben. Hier gibt es eine große Auswahl. Gemüse wird entweder frisch gekauft oder als Tiefkühlware gegeben. Mensch kann entweder frisches Fleisch (unter „Fleisch“ sind hier alle Teile vom Tier einzuordnen) und frisches Gemüse in großer Menge vorbereiten, portionsweise gemeinsam einfrieren und bei Bedarf wieder auftauen, oder aber Fleisch und Pflanzenkost getrennt verarbeiten oder getrennt gefroren einkaufen und erst beim Füttern zueinander geben. Gemüse wird entweder roh geraspelt mit Öl gegeben oder gegart. Hülsenfrüchte (geschält!) werden nur weich gegart gegeben. Mensch kann hund auch einmal einen Hackfleischkuchen (ohne Gewürze, selbstredend) backen oder einen Eintopf „quer durch den Kühlschrank“ kochen. Knochen müssen immer roh gegeben werden, sie neigen sonst zum Splittern.
Vorsicht: Schweinefleisch niemals roh geben! Es eignet sich aber super für Eintöpfe. Daher sind Schweineknochen nur als Rohstoff für Brühen geeignet und müssen nach dem Garen in den Müll.
F.I.N.E. füttert mensch am besten zimmerwarm.
Vorsicht: Hundefutter niemals in der Mikrowelle zubereiten, erwärmen oder auftauen. Mikrowellen verändern die Struktur der Zutaten viel mehr als herkömmliche Hitze, sie denaturieren erheblich!

Qualitätsunterschiede
Je nach Qualität des Lieferanten. Fleisch vom Biobauern oder vom Metzger, der Rinder aus regionaler Weidehaltung selbst schlachtet, ist selbstverständlich von besserer Qualität als Fleisch aus der Massentierhaltung, welches – womöglich mit Gefrierbrand – in minderwertigen Mischfleischtüten steckt (auch bei Tiefkühlware gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede). Gute Qualität muß nicht unbedingt besonders teuer sein, denn mancher Metzger gibt gerne für wenig Geld die Reste ab, für deren Entsorgung er ansonsten selbst bezahlen müßte...

Zeitaufwand:
Mit etwas Übung kaum mehr als beim Fertigfutter. Wer für sich selbst gern Frisches zubereitet, kann nebenher für den Hund mitraspeln oder kochen...

Fazit:
Hund hat Freude am Kauen großer Stücke, welches zusätzliche Verdauungssäfte anregt, an unterschiedlichsten Geschmacks- und Konsistenzerlebnissen, Zahnpflege inklusive, er hat mit den Knochen Beschäftigung, die er liebt, und mensch weiß ganz genau, was sein vierbeiniger Freund im Napf hat.
Wer hund auf naturnahe Weise artgerecht ernähren möchte, ist mit verantwortungsbewußtem F.I.N.E. bestens beraten.



Was tun, wenn zeitweise in einem Haushalt ein jüngerer und zwei ältere Arbeitshunde, ein Senior und ein Welpe (insgesamt vier verschiedene Rassen) leben?
Ganz simpel: Aus denselben Zutaten die bedarfsgerechten Mahlzeiten zusammenstellen. Günstig, frisch, individuell, das ist FINE. Und allen schmeckt's. Hundeglück kann so einfach sein...